Wie man 20% billiger Auto fährt



Nach Schätzungen der Mineralölindustrie werden jährlich ca. 35 Millionen € dadurch vergeudet, daß viele Autofahrer Super- Benzin fahren, obwohl ihr Motor für Normal- Benzin gebaut ist. Die Benzinersparnis von maximal 1 bis 2% durch weiteres Fahren steht in keinem Verhältnis zum Mehrpreis von 7 bis 8 Pfennig (oder mehr) pro Liter.


Von den ca. 35.000 Tankstellen in der Bundesrepublik Deutschland sind inzwischen rund 5.000 Selbstbedienungs- Tankstellen (SB). Der Preisnachlaß gegenüber Tankstellen mit Bedienung liegt bei ca. 3 Pfg. pro Liter (je nach Treibstoff und Lage). Bei 20.000 Fahrkilometern im Jahr macht das ca. 30 € aus, was immerhin eine bis eineinhalb Tankfüllung sein kann. Lassen Sie sich ggf. beim ersten Mal vom Tankwart zeigen, wie man die Luft der Reifen prüft und ergänzt, wo der Ölstab im Motorraum hängt und wie man sich die Windschutzscheibe säubert. Nicht zuletzt kann man ja auch einmal im Monat an eine Bedienungstankstelle fahren und die kleinen Kontrollen vornehmen lassen.


Befreien Sie sich vom Vorurteil, das Benzin an den sogenannten "Freien Tanksteilen" wäre schlechter, als bei den bekannten "Markenfirmen"; Auch die "Freien"' führen Markenbenzin, nur eben nicht auf die jeweilige Marke eingefärbt, und - natürlich preiswerter. Die Unterschiede liegen bei 1 bis 5 Pfg. pro Liter, wobei bei den , "Freien" meistens noch die Bedienung mit eingeschlossen ist. Eine Gesamtliste aller freien Tankstellen erhalten Sie vom BVB Freier Tankstellen, Königsteiner Str. 63, 65812 Bad Soden.


Noch preisgünstiger Tanken Sie, wenn Sie bei einem in Ihrer Nähe befindlichen SB- Großmarkt oder Einkaufscenter einkehren und die dortige Tankstelle aufsuchen (z. B.: Agros, Allkauf, Plaza, Basar, Globus, etc.). Um Kunden zu bekommen, die ja meistens mit dem eigenen Fahrzeug anreisen, bietet man an den dem Unternehmen angeschlossenen Tanksteilen kräftige Rabatte. So bezahlt man an diesen Zapfsäulen manchmal bis zu 10 Pfg. weniger als an den in der Stadt liegenden Tankstellen. Das gleiche gilt übrigens auch in vielen Fällen für Reifen und Zubehörteile.


Sprechen Sie einmal mit Ihrem Tankwart und fragen ihn, ob er bereit ist, Ihnen das Benzin gegen Monatsrechnung zu gewähren. Das hat den Vorteil, daß Sie nur einmal im Monat bezahlen und solange noch mit dem Geld arbeiten können.


Wenn Sie viel Autobahnen benützen müssen, lohnt es sich in jedem Fall, vor der Auffahrt vollzutanken oder aber zum Tanken einen Ort an einer Ausfahrt aufzusuchen. Meisten sind ja die Ortstankstellen sowieso am Anfang (Ende) eines Ortes angelegt, so daß der Einwand, man müsse zu lange wegen seines Sprits herumfahren, nicht stimmt. Erstens sind die Autobahntankstellen entschieden teurer als die im Ort gelegenen, und zweitens sind sie zum Teil so überfüllt, daß die kleine Ausfahrt nicht nur keinen Verlust an Zeit bringt, sondern im Gegenteil sogar noch zeitsparend sein kann. Darüber hinaus wird in Stoß- und Urlaubszeiten auf der Autobahntankstelle der Pflege- Service entweder gar nicht oder nur im ,Husch- Husch- Verfahren" durchgeführt.


Läßt es sich nicht vermeiden, daß Sie auf der Autobahn tanken, so sollten Sie wenigstens wissen, welche Tankstellen da noch relativ preiswert (gegenüber anderen) sind. Eine Liste über die letzten Erhebungen der Autobahn- Tankstellen- Preise können Sie von Ihrer zuständigen Geschäftsstelle des ADAC bekommen. Die Adresse steht in der Regel im Telefon- Branchenbuch oder kann bei der Auskunft erfragt werden.


Beim Autofahren sollten Sie versuchen, folgende Regeln zu beachten:

•Motor morgens nicht im Stand warmlaufen lassen. Hierdurch sammelt sich Kondenswasser im Ölsumpf und zersetzt das Öl. Es führt zudem zu einem Benzin- Mehrverbrauch von ca. 2 Litern pro Monat. Am sparsamsten fährt man, wenn man nach dem Starten sofort losfährt und die ersten Kilometer nur verhalten Gas gibt.
•Erheblich Benzin wird gespart, wenn man die einzelnen Gänge nicht zu lang ausfährt, sondern frühzeitig hochschaltet. Dadurch sinkt die Drehzahl und mit ihr der Benzinverbrauch. Auch im Stadtverkehr sollte man nicht den 4. Gang vergessen. Im 1. Gang nur kurz anfahren. Auf Rennstarts an Ampeln verzichten. Die gleiche Geschwindigkeit kann im 2. Gang 45% mehr Benzin kosten als im 3. Gang. Ist man nicht zum schnellen Beschleunigen gezwungen, so ist es wesentlich sparsamer, im länger übersetzten Gang zu beschleunigen.
•Bei Ampeln mit längeren Wartezeiten (Die man im Stadtverkehr schnell kennenlernt) und bei Stillstand innerhalb von Kolonnenfahrten schalte man den Motor aus. Man verpestet weniger die Umwelt und spart überdies Benzin. Techniker vom Kantonalen Technikum Biel (Schweiz) stellten in einer umfangreichen Untersuchung fest, ab wann es sich lohnt, den Motor abzuschalten:




•Bei Wagen, die sich ohne Gas mühelos starten lassen bereits ab ca. 10 Sekunden Standzeit,
•bei Wagen, die mit dem Gaspedal gestartet werden müssen, erst ab ca. 30 Sekunden Standzeit.


•Bei einem Prüfstandversuch mit einem Fiat 128 kam der ADAC zu ähnlichen Ergebnissen.
Drei Minuten Leerlauf kosten so viel Benzin wie ein Kilometer freie Fahrt.

Und das sind die vom ADAC ermittelten Wartezeiten:





•An Bahnübergängen mit Vollschranken zwischen 3 und 5 Minuten
•An Bahnübergängen mit Halbschranken oder Blinklichtern rund 2 Minuten
•An Bahnübergängen mit S- Bahnbetrieb weniger als 2 Minuten
•Bei 45% der Ampelstops betrug die Wartezeit zwischen 10 und 30 Sekunden
•Bei 30% der Ampelstops war die Wartezeit länger als 30 Sekunden






•Kolonnenspringen vermeiden. Wenn eine Kolonne gleichmäßig mit 50 km/h fährt, so verbrauchen 10 Überholmanöver mit 80 km/h auf einer Strecke von ca. 10 Kilometern 10 bis 20% mehr Benzin.
•Rund 40% aller Vergaser und Einspritzer sind nicht optimal eingestellt. Ein verschmutzter oder verstellter Vergaser oder Einspritzer ist der reinste Benzinschlucker.
•Lassen Sie Zündanlage, Luftfilter, Abgase, usw. mit einer Diagnose überprüfen.
•Reifendruck ebenfalls regelmäßig kontrollieren (lassen). Zu niedriger Druck führt zu vergrößertem Rollwiderstand und damit zu erhöhtem Benzinverbrauch.
•Unnötiges Gewicht in Form von Sandsäcken, Werkzeugkisten, etc. aus dem Kofferraum entfernen. Die Faustregel lautet hier: 100 Kilo weniger Gewicht bringt einen Liter Benzin- ersparnis auf 100 Kilometer.
•Winterreifen nur bei winterlichen Verhältnissen benutzen. Mehrverbrauch gegenüber Diagonal- Sommerreifen 0,5 Liter, gegenüber Stahlgürtelreifen 1,0 Liter. (Auf 100 km)
•Öffentliche Verkehrsmittel benutzen, wo es sinnvoll ist.
•Immer voll tanken. Diesen Rat sollte man aus zwei Gründen befolgen: Zum Einen verdunstet in einem nahezu leeren Tank das Benzin wesentlich schneller. Zum Anderen schlägt sich auf den Tank- Innenwänden Feuchtigkeit nieder, und Wasser - das bekanntlich nicht brennt - gelangt in´s Benzin. Dadurch läuft der Motor nicht mehr rund und man riskiert, daß sich im Gemisch Blasen bilden, die in der kalten Jahreszeit Eisklümpchen bilden und dann Leitungen und Düsen verstopfen. Allerdings nie bis zum Rand volltanken. Das Benzin muß sich bei Wärme auch noch etwas ausdehnen können. Anderenfalls läuft der Sprit über, und das kostet dann Ihr Geld.
•10 Hohe Geschwindigkeiten vermeiden. Angenommen, ein Mittelklassewagen verbraucht bei einer Durchschnittsgewindigkeit von 80 km/h und gleichmäßiger Fahrweise 7 Liter auf 100 km, so steigt der Verbrauch bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h auf 8,3 Liter an, und bei einer Geschwindigkeit von 140 km/h wären es sogar 12,8 Liter. Hinzu kommt, daß die Zeitersparnis, durch eine schnelle Fahrweise oft nur einige Minuten ausmacht!



Halten Sie sich in puncto Benzinsparen stets dadurch auf dem Laufenden, daß Sie Fachzeitschriften beziehen. Diese Publikationen können Sie auch in jeder größeren Stadtbücherei kostenlos ausleihen. Außer Auto- Fachzeitschriften können Sie sich hier und da auch Fahr- und Spartips aus den Heften "EUR" und "Test" aneignen.


In größeren Firmen gibt es oftmals eigene Tankstellen, die an Betriebsangehörige verbilligten Kraftstoff abgeben. Erkundigen Sie sich hei Ihrer Firmenleitung nach einer solchen Möglichkeit, oder regen Sie sie an.


Fordern Sie die vom Bundesverkehrsministerium kostenlos verteilten Informations- Broschüren zum Energiesparen an. Dort finden Sie auch immer wieder neue Tips zum Benzinsparen.


Folgende Firmen liefern Geräte zum Benzinsparen bzw. zur Kontrolle des Benzinverbrauchs an:


•Heinrich Schwarz & Co., Hebelstr. 2, 30491 Nürnberg. Das gelieferte Gerät heißt "Sprint Limiter". Durch den Einbau lassen sich bis zu 20% Benzin sparen. Wie auf einem Tacho kann man auf einer Skala ablesen, wieviel Benzin man gerade verbraucht. Das Gerät selbst wird auf oder unter dem Armaturenbrett befestigt, der Impulsgeber wird in die Benzinleitung eingesetzt. Dort mißt er elektronisch genau die effektive Durchflußmenge. Nöldeke GmbH, Postfach 5130, 78462 Konstanz. Die Firma liefert ein Gerät mit Namen "Filter King". Das leicht einzubauende Zusatzgerät verhindert zu hohen Benzinverbrauch, wenn der warme Motor nicht anspringt, vermeidet das Überfluten des Vergasers und nasse Zündkerzen, Kraftstoffmangel durch Blasen in der Benzinleitung, Wasser im Benzin, zu hohen CO- Gehalt im Abgas, Schütteln des Motors im Leerlauf, etc.. Ein wahres Wunderding!
•Deutsche Vergaser Gesellschaft, Leuschstr. 1, 41460 Neuss. Geliefert wird ein Durchfluß- Messgerät "PLU 106", das eine genaue Ermittlung des Benzinverbrauchs ermöglicht. Es werden während eines Tests verbrauchte Kraftstoffmengen angezeigt, sowie der Momentan- Durchsatz. Beide Werte werden digital, mit einer Abweichung von max. 0,05 l angezeigt. Das Gerät ist für Vergaser und Einspritzer gleichermaßen geeignet.
•Verlag C. Matousch, Postfach 3092, 64614 Bensheim. Hier bekommt man eine Einbauanweisung für ein aus Brasilien kommendes Gerät namens ,Benzin Hexe". Da es sich bei der ,Benzin Hexe" um ein Hydro- Gas- Gerät handelt, eignet es sich nur für Vergasermotoren. Leider Hat sich in Deutschland noch keine Lizenzfirma für den Nachbau gefunden. Wer sich das Gerat - aus überall frei erhältlichen Teilen zusammenbauen will, kann unter o. a. Adresse für € 20,- die detaillierte Einbauanweisung erwerben. Versprochene Kraftstoff- Ersparnis: 25 bis 30%.



Alle Angaben über die aufgeführten Benzinspargeräte und -verfahren sind unverbindlich.

Nähere Informationen erhalten Sie unter den entsprechenden Adressen.


Schließlich sparen Sie nicht unerheblich Benzinkosten, wenn Sie auf der Fahrt zur Arbeit Fahrgemeinschaften bilden, bei denen jeweils ein anderer Kollege die Fahrt übernimmt und die anderen abholt. Bei vier Personen bräuchten Sie z. R. nur jeden vierten Tag zu fahren, was ganz erhebliche Einsparungen mit sich brächte.


Wenn man sich einmal ansieht, wie praktisch von Woche zu Woche mehr Geld für Benzin ausgegeben werden muß, sollte man sich in der Tat überlegen, ob die hier aufgeführten Tips und Hinweise nicht ein guter Weg sind, manche unnütz ausgegebene Mark zu retten. Daß man beim Umsteigen von einem großen auf einen kleineren Wagen oftmals noch mehr als 20% Benzinkosten sparen kann, erschien mir so selbstverständlich, daß es hier nicht mehr extra erwähnt wurde. Konsequent durchgeführt, wird der einsichtige Autofahrer auch in einer Zeit der hohen Benzinpreise und Kfz- Kosten, mit den erprobten Hinweisen nicht nur 20%, sondern erheblich mehr einsparen.

Vielleicht machen Sie sich mal einen Sport daraus wöchentlich auszurechnen, wieviel es diesmal wieder war, was Sie durch gezielte Planung für einen besseren Zweck auf die Seite legen konnten.

Wer rechnet - ist besser dran!

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

(C) Copyright 2017  ADMG Ltd.  All Rights Reserved.